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Sanierung und Umbau Stadthaus, Burgstrasse, Glarus

Der Auszug des langjährigen Mieters sowie der Sanierungsbedarf an Dach und Kanalisation boten die Gelegenheit, das Gebäude umfassend und zugleich behutsam zu erneuern und an heutige Wohnbedürfnisse und energetische Anforderungen anzupassen. Die Liegenschaft befindet sich innerhalb des ISOS-Ortsbildschutzperimeters und grenzt unmittelbar an ein denkmalgeschütztes Einzelobjekt. Diese besondere Ausgangslage stellte hohe Anforderungen an die architektonische Planung und die sorgfältige Einbettung des Bauvorhabens in das historische Umfeld. In enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege wurden die vorgesehenen Massnahmen abgestimmt und Lösungen entwickelt, die den historischen Charakter des Gebäudes und die Qualitäten des schützenswerten Ortsbildes respektierten.

Im Zentrum des Umbaus stand die Schaffung einer eigenständigen Wohnung im Dachgeschoss. Dazu wurde die bestehende, vom ersten Obergeschoss bis in den Estrich reichende Wohnung in zwei separate Einheiten aufgeteilt. Der ehemalige Estrich wurde als Galerie in den neuen Wohnraum integriert und verlieh diesem eine besondere räumliche Qualität. Die Dachgeschosswände erhielten eine ökologische Innendämmung, während das Dach auf den bestehenden Sparren gedämmt wurde. Zusätzliche Dachfenster verbesserten die natürliche Belichtung. Ergänzend wurde eine Photovoltaikanlage sorgfältig in die Dachfläche integriert, um die Energieeffizienz zu steigern und gleichzeitig das äussere Erscheinungsbild möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Auch die Nasszellen und Teile der Küchen im ersten und zweiten Obergeschoss wurden modernisiert und an heutige Anforderungen angepasst. Besonderes Augenmerk galt dem Erhalt der historischen Innenausstattung: Die originalen Holzkassettendecken und Wandverkleidungen wurden sorgfältig restauriert und die Parkettböden fachgerecht aufgearbeitet. Dadurch konnten wesentliche Elemente der ursprünglichen Bausubstanz erhalten und mit zeitgemässem Wohnkomfort verbunden werden.

Die Fassade wurde vom Sockel bis zur Traufe in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild bewahrt und sorgfältig instand gesetzt. Im Dachgeschoss wurde zudem die eindrucksvolle historische Dachstuhlkonstruktion sichtbar in den Wohnraum integriert. Sie bildet heute ein prägendes architektonisches Element und unterstreicht den besonderen Charakter des Gebäudes.

Das Projekt zeigte, wie sich eine zeitgemässe Wohnraumnutzung, energetische Verbesserungen und der sorgfältige Erhalt historischer Bausubstanz miteinander verbinden lassen. Dank der sensiblen Planung und der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege konnte die Liegenschaft unter Berücksichtigung der Anforderungen des ISOS-Ortsbildschutzes erneuert werden. So wurde die bestehende Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern sinnvoll weiterentwickelt und in ihrer Bedeutung für das historische Umfeld gestärkt.

Fotos: David Feldmann, www.kawika.ch

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