Energetisch autarkes EFH, Ennetbühl
Das nachhaltige Einfamilienhaus für einen 2-Personen-Haushalt wurde als Erstwohnsitz geplant und realisiert. Im Zentrum des Projekts standen eine ressourcenschonende Bauweise, die Verwendung natürlicher und lokaler Materialien wie Holz und Lehm sowie die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien. Durch den Einsatz moderner Technologien zur Energieerzeugung, -speicherung und -nutzung wurde das Gebäude als energetisches Selbstversorger-Einfamilienhaus konzipiert und umgesetzt.
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der Südfassade erzeugt jährlich rund dreimal so viel Strom, wie für den Gebäudebetrieb benötigt wird. Die zusätzliche Energieeinsparung durch den Kamin ist dabei noch nicht berücksichtigt. Selbst nach Abzug des Strombedarfs für die vollständig elektrifizierte Mobilität verbleibt ein jährlicher Stromüberschuss von rund 6’500 kWh, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Damit konnte ein hoher energetischer Autarkiegrad erreicht und das Gebäude weitgehend unabhängig von externen Energiequellen betrieben werden.
Die Speicherung des Solarstroms erfolgte sowohl elektrisch über eine Notstrombatterie und ein Elektroauto als auch thermisch über zwei Warmwasserspeicher für Heizung und Warmwasser. Zur Optimierung des Eigenverbrauchs und zur Maximierung der Energieautarkie wurden die wesentlichen Verbraucher vernetzt und intelligent über die Software «Solar-Manager» gesteuert. Ergänzend wurde eine Smart-Home-Lösung für die effiziente Steuerung von Storen, Beleuchtung und weiteren Gebäudefunktionen realisiert.
Für die Beheizung der Fussbodenheizung und die Warmwasserbereitung kam eine modulierende Wärmepumpe zum Einsatz. Diese ermöglichte einen bedarfsgerechten Betrieb auch bei begrenzter Verfügbarkeit von Solarstrom. Die entsprechend dimensionierten Wärmespeicher erlaubten es, tagsüber überschüssige Solarenergie zur Erwärmung des Wassers und zur Versorgung des Heizsystems zu nutzen. Die gespeicherte Wärme stand dadurch auch in den Abend- und Nachtstunden zur Verfügung. Als ergänzende Wärmequelle wurde ein Kamin installiert, der mit Holz aus dem angrenzenden Wald betrieben werden konnte.
Der Nachhaltigkeitsgedanke wurde auch in weiteren Bereichen konsequent umgesetzt. So wurden energieeffiziente Haushaltsgeräte eingesetzt und eine Regenwasserzisterne realisiert, deren Wasser für die Gartenbewässerung und die Toilettenspülung genutzt wurde.
Mit der Kombination aus nachhaltiger Bauweise, natürlichen Baustoffen, erneuerbarer Energieerzeugung, intelligenter Gebäudetechnik und effizienter Energiespeicherung entstand ein zukunftsorientiertes Einfamilienhaus, das den Energiebedarf weitgehend selbst deckt und einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbelastung leistet.
Fotos: David Feldmann, www.kawika.ch
